Pogromnacht in Freistett und Rheinbischofsheim 1938

"Ich hatte nicht mal Zeit mich anzuziehen"

Die Synagoge in Freistett wurde, obwohl sie nicht mehr als Gotteshaus genutzt wurde, in der Pogromnacht 1938 stark beschädigt. 1948 wurde sie abgerissen.

Vor 70 Jahren: Zerstörungen an Rheinbischofsheimer und Freistetter Synagogen

Die jüdische Bevölkerung hatte seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 schon einiges zu erdulden gehabt: Boykott-Aktionen, wirtschaftliche und gesellschaftliche Repressionen, die Stigmatisierung durch die Nürnberger Gesetze - manche zogen die Konsequenzen und kehrten der Heimat den Rücken. Andere, die blieben, mussten im November 1938 fassungslos mit ansehen, wie die Nazis ein neues, dramatisches Kapitel der Judenverfolgung aufschlugen. Die Schändungen und Zerstörungen in der "Reichskristallnacht" vom 9. November zeigten, wie ernst es den Nationalsozialisten mit der Verfolgung der Juden war.

Im heutigen Rheinau gab es zwei Synagogen, und zwar in Freistett und in Rheinbischofsheim. Allerdings wurde sie in Freistett im November 1938 nicht mehr als Synagoge genutzt. Wohl um 1803 erbaut, bestand sie aus einem Gebetsraum und einem Anbau mit einem rituellen Bad, der Mikwe, berichtet der Rheinauer Stadtarchivar Dirk Wacker. Aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen wurden im Juni 1935 die jüdischen Gemeinden Freistett und Rheinbischofsheim vereinigt, die Synagoge besuchten die Freistetter Juden fortan in Rheinbischofsheim. Ihr eigenes Gotteshaus ging per Kaufvertrag vom 30. Juni 1938 für 1 000 Euro an die politische Gemeinde. Das verhinderte nicht, dass die ehemalige Synagoge in der "Reichskristallnacht" stark beschädigt wurde. Noch viel stärker indes wütete der braune Terror in Rheinbischofsheim. In der „Ortenau" des Jahres 2000 zitiert Gerd Hirschberg Zeitzeugen: „Da sind ein paar gekommen und haben die Sachen zusammengeschlagen, Fenster zerschlagen und Bänke rausgeschmissen. Die Sachen haben sie alle kaputt gemacht. Thorarollen als Fahnenstangen getragen und so. Die das gemacht haben, die waren von hier und von außerhalb, aber nicht alle in Uniform ... Das Mobiliar haben sie auf den Hof geschmissen und ein Freudenfeuer gemacht ... Fenster haben sie eingeschlagen, den Kronleuchter rausgedonnert, das Gestühl zusammengeschlagen, den Altar, alles - und da haben wir Kinder zugeguckt. Nach das alles verbrannt war, haben sie einen Umzug gemacht. Einer hat eine Thorarolle an eine Stange genagelt, wie eine Hitlerfahne, und so haben sie dann einen Umzug gemacht. Sie haben die Juden aufgestellt und sind dann abmarschiert, die Oberdorfstraße entlang."
Einer der Rheinschofsheimer Juden war Paul Weil. 1946 berichtete er in einem Brief an die Staatsanwaltschaft Offenburg von den Geschehnissen: "Am frühen Morgen des 10. Novembers klopfte es an meine Schlafzimmertür: 'Aufmachen Gestapo'. Herein kam SS-Mann E. aus Wien und Ortsgruppenführer X aus Rheinbischofsheim. Man räumte mir die ganze Wohnung aus, suchte angeblich nach verbotenen Schriften und Waffen. Nach erfolglosem Suchen sagte das SS-Biest: ,Komm mit, Du Judenschwein, Du bist verhaftet'.
Als ich im Hausflur nach dem Grund fragte, war die Antwort etliche Schläge ins Gesicht. Man brachte mich in der Ortsarrest, wo ich den größten Teil meiner Glaubensgenossen schon versammelt sah. Ich hatte nicht einmal Zeit mich anzuziehen. Nur in Hemd und Hose gekleidet schleppte man mich über die Straße. In diesem Ortsarrest warteten wir ungefähr eine Stunde, bis die Bestien sämtliche Juden zusammen hatten. Natürlich waren wir bewacht von etlichen SS-Männern, meistens aus Wien." Die Herkunft der Männer ist ein Indiz für den Chararakter der Pogromnacht als staatlich gelenkter Terror. Die Rheinbischofsheimer Synagoge blieb, so Hirschberg, wohl nur deswegen stehen, weil eine nichtjüdische Familie in der ehemaligen Wohnung des Religionsschullehrers wohnte.
Die männlichen Juden aus Rheinbischofsheim und Freistett wurden nach Kehl gebracht und später ins Konzentrationslager Dachau. Nikolaus Honold und Kurt Schütt berichten in der Chronik der Stadt Rheinau von Verhaftungen und Misshandlungen durch fremde SA- und SS-Männer. Gustav Bloch aus Rheinbischofsheim starb am Neujahrstag 1939 im Offenburger Krankenhaus an den Folgen der Misshandlungen.
Die Geschichte der Rheinauer Synagogen war mit dem November 1938 zu Ende. Was noch einige Jahre blieb, waren lediglich Hüllen, Mauern, die das zuvor gekannte religiöse Leben nicht mehr sahen. Die Synagoge in Rheinbischofsheim wurde schließlich 1953 abgerissen, in Freistett war es schon 1948 so weit. Am Marktplatz erinnert seit Juni dieses Jahres ein Gedenkstein an die Synagoge und damit an die Geschichte der jüdischen Bevölkerung.

Quelle: Wilfried Lienhard im "Acher- und Bühler Boten vom 8 November 2008

 

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Unter enormem Interesse und bester Stimmung haben sich die Bewerberinnen und Bewerber um den Parteivorsitz der SPD am Samstag in Filderstadt präsentiert. "Die SPD muss die Hoffnungsmacherpartei sein", rief der Landesvorsitzende Andreas Stoch unter großem Beifall von über 1000 Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten bei seiner Eröffnung der Konferenz. "Die anderen sind nur Angstmacherparteien." Die zweite Vorstellungsrunde in Baden-Württemberg findet statt am 23. September in Ettlingen.

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hat die Ankündigung von Ministerpräsident Kretschmann, erneut zur Landtagswahl im Jahr 2021 anzutreten, als "wenig überraschend, aber auch wenig überzeugend" bezeichnet. "Es ist gut, dass es nun Klarheit gibt. Warum er zu dieser Entscheidung allerdings so lange gebraucht hat, bleibt sein Geheimnis", betonte der SPD-Chef.

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch sieht den heutigen Wahlabend mit gemischten Gefühlen. "Die SPD hat sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen unter sehr schwierigen Vorzeichen bravourös für unsere demokratische Kultur und gegen politischen Extremismus gekämpft. Das war eine großartige Leistung."

Dass die SPD in Brandenburg nun offenbar weiterhin klar die Nase vorn habe, sei dabei ein ganz wichtiges Signal: "Wir können gewinnen, wenn wir unsere Erfolge deutlich machen und vor allem Vertrauen in die Zukunft schaffen. Das war eine beeindruckende Aufholjagd in den letzten Wochen. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen." Die SPD in Brandenburg habe dort nun "ganz klar den Regierungsauftrag", so Stoch.

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch erklärt zur Zulassung des Volksbegehrens Artenschutz:

"Die Landesregierung konnte es sich schlichtweg nicht leisten, auch das zweite Volksbegehren innerhalb kürzester Zeit mit vorgeschobenen juristischen Argumenten scheitern zu lassen. Im Übrigen erstaunt es doch sehr, dass nach acht Jahren mit grünem Ministerpräsidenten und grünem Umweltminister die Bürger keinen anderen Weg sehen, als über ein Volksbegehren mehr Arten- und Naturschutz für Baden-Württemberg durchzusetzen.

Generalsekretär Binder: "Ich frage mich, wie jemand ohne innere Überzeugungen Baden-Württemberg sicher in die Zukunft führen will"

SPD-Generalsekretär Sascha Binder hat die heutige Wahl von Susanne Eisenmann zur Spitzenkandidatin der CDU als "ziemlich unglaubwürdigen Auftritt" bezeichnet.

"Frau Eisenmann gibt sich gerne entschlossen und energisch, auch heute wieder. Aber je näher man ihr politisch kommt, desto kleiner wird alles", so Binder. "Tatsache ist doch: In den letzten drei Jahren hat sie als Kultusministerin rein gar nichts auf den Weg gebracht - im Gegenteil: Sie hat jede eigene Überzeugung geopfert, um sich dem stockkonservativen Parteiflügel anzudienen. Insofern hat die CDU heute eine Scheinriesin als Spitzenkandidatin aufgestellt."

Die erste Hälfte ihrer Amtsperiode habe die Kultusministerin damit verbracht, sich an die Spitze der CDU zu boxen, erklärte Binder weiter. Und die zweite Hälfte gehe jetzt für den Wahlkampf drauf.

Die Betonung des "christlichen Menschenbilds" als Grundlage ihrer Politik sei jedenfalls in vielerlei Hinsicht "mehr als zweifelhaft", so der SPD-General. "Ich frage mich, wie jemand ohne innere Überzeugungen Baden-Württemberg sicher und glaubwürdig in die Zukunft führen will."

Stoch: "Wir sind gespannt, ob die Herren Kretschmann und Strobl auch dieses Volksbegehren ablehnen oder ob sie sich politisch damit auseinandersetzen"

Die SPD Baden-Württemberg befürwortet das Volksbegehren "Artenschutz - Rettet die Bienen", das am heutigen Freitagnachmittag beim Innenministerium eingereicht wird. "Im Gegensatz zu dem grün-schwarzen Herumlavieren unterstützen wir das Volksbegehren ausdrücklich - und zwar offiziell als Bündnispartner", bemerkte dazu der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch.

"Insbesondere die deutliche Erhöhung des Ökolandbaus und die Reduzierung der Pflanzenschutzmittel in der gesamten Landwirtschaft sind wichtig und müssen im Fokus einer nachhaltigen Artenschutzpolitik stehen. Hier hat Baden-Württemberg noch deutlichen Nachholbedarf." Mit Blick auf das von der Landesregierung rechtlich ausgebremste Volksbegehren für gebührenfreie Kitas erklärte Stoch: "Wir sind gespannt, ob die Herren Kretschmann und Strobl auch dieses Volksbegehren ablehnen oder ob sie sich politisch damit auseinandersetzen. Die Bienenstöcke in der Villa Reitzenstein reichen für eine glaubwürdige Umweltpolitik jedenfalls nicht aus."

26.07.2019 12:33
Schöne Ferien!.
Heute beginnen die Sommerferien. Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften erholsame Wochen.

SPD-Landeschef Andreas Stoch hat Timur Özcan zu seiner Wahl als neuer Bürgermeister in Walzbachtal herzlich gratuliert.

"Timur Özcan ist nicht nur ein weiterer erfolgreicher Sozialdemokrat in der Riege unserer jungen Bürgermeister. Der 28-jährige Verwaltungsfachmann ist damit auch der erste türkischstämmige Bürgermeister in Baden-Württemberg", sagte Stoch.

"Das ist ein tolles Zeichen dafür, dass wir Menschen unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft als Teil unserer Gesellschaft begreifen. Ich bin stolz, dass wir als SPD dieses Zeichen setzen."

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hat sich über den Angriff auf den Hockenheimer Oberbürgermeister Dieter Gummer tief bestürzt gezeigt.

"Das ist feiger und abscheulicher Angriff - auf unseren Hockenheimer Genossen, aber auch auf alle, die sich in Politik und Gesellschaft engagieren", sagte Stoch. "Wir Demokraten müssen uns mit aller Entschiedenheit gegen solch blinde Gewalt zur Wehr setzen. Wir dürfen eine Verrohung dessen, was unsere Gesellschaft im Kern auszeichnet, nicht zulassen. Ich wünsche Dieter Gummer von ganzem Herzen gute Genesung. Und ich hoffe, dass der Täter so schnell wie möglich zur Rechenschaft gezogen wird."