Geschichte der Juden im Hanauerland

Demütigungen und Misshandlungen

Gerd Hirschberg und Karl Britz referieren in Freistett über die Juden im Hanauerland

Vor 70 Jahren begann die Leidensgeschichte der jüdischen Mitbürger auch im Hanauerland zu kulminieren; sie mündete schließlich in Deportation und Tod im Konzentrationslager. Den Anfang hatte schon fünf Jahre früher, nach der Regierungsbildung durch die Nationalsozialisten, die Anordnung zum Boykott jüdischer Geschäfte, damals allerdings noch in unterschiedlicher Intensität.
Beim Vortragsabend der Mitgliedergruppe Rheinau im Historischen Verein für Mittelbaden, der ein großes Interesse fand, referierte Gerd Hirschberg (Freistett) über die jüdischen Gemeinden Neufreistett und Rheinbischofsheim. Karl Britz aus Bodersweier ergänzte die Ausführungen Hirschbergs durch konkrete Vorgänge, die zur Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger führen sollten.

Juden gibt es länger als den Namen "Deutschland". Und weil auch die Fürsten und Gemeinden immer Geld brauchten - Juden mussten jede Menge Sondersteuern zahlen - durften sie auch in Deutschland leben, gab Hirschberg einen Überblick über ihre lange Geschichte. Eine erste Erwähnung jüdischer Mitbürger gebe es in Rheinbischofsheim aus dem Jahre 1717, als die Straßburger Kaufleute die Schließung der jüdischen Kramläden forderten, dem sich die Grafen von Hanau-Lichtenberg damals aber widersetzten. Den höchsten Anteil jüdischer Bürger gab es bei einer Volkszählung im Jahre 1875 mit 74 Personen in Neufreistett und 155 Personen in Rheinbischofsheim, was 15,6 und 9,5 Prozent der damaligen Bevölkerung entsprachen. Zwischen Juden und Christen habe eine alltägliche Nachbarschaft bestanden.
Jüdische Mitbürger nahmen am öffentlichen Leben teil, betätigten sich in Vereinen und in Bürgerausschüssen. Im Ersten Weltkrieg kämpften sie mit wie deutsche Soldaten.
Heute erinnern nun noch der Judenstein am Schießrain auf Gemarkung Rheinbischofsheim und der Judenfriedhof von Freistett an ihre Existenz.
"Der Volkszorn ruft nach Vergeltung", versuchte die nationalsozialistische Presse nach dem Mord an Gesandtschaftsrat von Rath, der "jüdischen Mordbuben" zur Last gelegt wurde, die schlimmen Ereignisse in der Pogromnacht vom 10. November 1938 zu rechtfertigen, als auch in Rheinbischofsheim und Neufreistett die Synagogen geschändet und zunächst männliche Juden schlimmste Demütigungen und Misshandlungen über sich ergehen lassen mussten. Zahlreiche Opfer waren nach einem Abtransport und Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau zu beklagen. Wer danach nicht in einer Auswanderung oder Flucht sein Heil suchen konnte, für den sollte später es nur noch den Transport in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich und den Tod im Konzentrationslager Auschwitz geben. Nur ganz wenigen Ausnahmen sollte es durch besondere Glückfälle vergönnt gewesen sein, die Gräueltaten zu überleben. "Man soll verzeihen - vergessen aber nie", ist für eine Jüdin das Resümee ihres Lebens.
Positiv registrierte Karl Britz, dass sich heute junge Menschen mit der Geschichte und dem Schicksal der jüdischen Mitbürger auseinander setzen. Als Beispiele nannte er Projekte von Jugendlichen in Bodersweier und Rheinbischofsheim. Ein zentrales Mahnmal sei mit der Gedenkstätte der evangelischen Jugend in Neckarzimmern entstanden. Gerd Hirschberg bedauerte aber auch, dass es in Freistett lange Widerstände gegen das Aufstellen einer Skulptur auf dem Marktplatz, auf der die ehemalige Synagoge gestanden hat, gegeben habe. Als ein schlechtes Beispiel, wie man mit der Vergangenheit umgehe, sei für ihn die Aufstellung der Skulptur selbst gewesen, die nur in einer kleinen Gedenkstunde unter Ausschluss der Bevölkerung erfolgte.

Hermann Kiefer in der Acher-Rench-Zeitung vom 2. Dezember 2008

 

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Stoch: "Kretschmann hat den Geist unserer Landesverfassung verraten"

Die SPD reicht gegen die rechtliche Ablehnung des Volksbegehrens für gebührenfreie Kitas durch die Landesregierung am heutigen Montag Klage beim Verfassungsgerichtshof ein. "Wir haben sehr gute Argumente auf unserer Seite - nicht nur politisch, sondern auch juristisch", erklärte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. "Wir haben allen Grund zu Optimismus."

SPD-Generalsekretär Sascha Binder hat die heutige Ankündigung der Grünen, die Prüfung einer Verfassungsreform zu erwägen, als "Gipfel der Heuchelei" bezeichnet. "Erst tut Herr Kretschmann alles, um direkte Demokratie auszubremsen - und Herr Sckerl macht dann den angeblichen Vorkämpfer. Die Grünen wollen die Menschen für dumm verkaufen. Aber das sind sie nicht", erklärte Binder.

Auf dem Politischen Aschermittwoch der SPD Baden-Württemberg hat Landeschef Andreas Stoch die Zurückweisung des Volksbegehrens für gebührenfreie Kitas durch die Regierung Kretschmann erneut scharf kritisiert. "Sollten wir je aufgrund der grün-schwarzen Landesregierung scheitern, dann wird die Landtagswahl 2021 zur Volksabstimmung über Gebührenfreiheit", rief Stoch vor über 600 begeisterten Gästen in Ludwigsburg.

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Stoch: "Wir lassen uns auf unserem Weg zur Entlastung von Familien nicht ausbremsen"

Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch hat die Zurückweisung des Zulassungsantrags zum Volksbegehren für gebührenfreie Kitas durch die Landesregierung scharf kritisiert. "Das ist Kretschmanns Sündenfall. In dieser Regierung herrscht offensichtlich nackte Panik aus Angst vor dem Volk."

Der SPD-Chef betonte, bei der Nichtzulassung dieses ersten Volksbegehrens nach Änderung der Landesverfassung gehe es nicht um irgendeine rechtliche Entscheidung des Innenministeriums, sondern um "billiges politisches Taktieren an der Spitze der Landesregierung von Seiten des Innenministers und des Ministerpräsidenten - und zwar auf Kosten der Demokratie in Baden-Württemberg".

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hat das eindeutige Votum der Freiburgerinnen und Freiburger für den neuen Stadtteil Dietenbach ausdrücklich begrüßt.

"Dieser Bürgerentscheid ist ein deutlicher Auftrag an die Politik, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Er hat Gewicht weit über die Stadt Freiburg hinaus", erklärte Stoch am Sonntagabend. "Gratulation an Oberbürgermeister Martin Horn und an die Freiburger SPD für deren klare Haltung."

SPD-Landeschef Andreas Stoch hat sich angesichts des Wahlsiegs von Thomas Keck bei der Oberbürgermeisterwahl in Reutlingen "vollkommen überwältigt" gezeigt. "Das ist einfach grandios. Es war hauchdünn, ein echter Wahlkrimi, spannender als jeder Tatort - aber gewonnen ist gewonnen! Herzlichen Glückwunsch an Thomas Keck, an sein Team und an die ganze Reutlinger SPD! Das war spitzenmäßig", so Stoch, der am Sonntagabend bei der Wahlparty in Reutlingen mit dabei war.

Stoch: "Über 17.000 Unterschriften in nur vier Wochen sind ein tolles Signal für Gebührenfreiheit in der Kita"

Die SPD Baden-Württemberg hat heute beim Innenministerium ihren Zulassungsantrag zum Volksbegehren für gebührenfreie Kitas eingereicht. Bis zum Dienstag waren über 17.000 beglaubigte Unterschriften zur Unterstützung des Begehrens beim SPD-Landesverband eingegangen - also weit über die erforderlichen 10.000.

Die Pforzheimer SPD hat auf ihrer Nominierungskonferenz Uwe Hück als Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl am 26. Mai gewählt. Für den scheidenden Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der Porsche AG stimmten am Samstagvormittag 41 von 46 anwesenden Kreisdelegierten. Damit steht er nun auf Platz 1 der SPD-Liste für die Gemeinderatswahl in der Goldstadt.

Stoch: "Damit ist der erste Schritt auf dem Weg zur spürbaren Entlastung von Familien erfolgreich gemacht"

Das von der SPD gestartete Volksbegehren für gebührenfreie Kitas in Baden-Württemberg hat das erste Etappenziel erreicht: Bis zum heutigen Samstag sind über 10 000 beglaubigte Unterschriften beim SPD-Landesverband eingegangen. Das teilte Landeschef Andreas Stoch bei einer Klausurtagung des Landesvorstands am Wochenende in Bad Boll mit.

"Das ist eine unglaubliche Resonanz", so Stoch. "Damit ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer spürbaren Entlastung der Familien in Baden-Württemberg erfolgreich gemacht." Stoch betonte, aus dem ganzen Land gebe es positive Rückmeldungen für die Initiative. Ebenso wie in der SPD selbst habe die Landespartei weit über die Parteigrenzen hinaus Unterstützung erhalten."Ich danke allen, die sich jetzt schon beteiligt haben. Diesen tollen Schwung werden wir mitnehmen in die nächste Phase."

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hat den Beschluss des Landesvorstands der Grünen für nach Einkommen gestaffelte Kitagebühren als "reinen Papiertiger" bezeichnet.

Es sei zwar bemerkenswert, dass sich die Grünen in Anbetracht des von der SPD geplanten Volksbegehrens nun offensichtlich unter Druck fühlten. "Aber dieser Beschluss ist weder inhaltlich konsequent noch politisch glaubwürdig", so Stoch. Schließlich seien die Grünen jetzt seit acht Jahren stärkste Regierungspartei und hätten das ganze Thema der Gebührenentlastung "von vorne bis hinten" nur blockiert. Mit ihrem jetzigen Vorstandsbeschluss spielten die Grünen weiterhin Qualität, Kitaplätze und Gebührenfreiheit gegeneinander aus - "und das ist so falsch wie unnötig".