1998 - 2009: Deutschland in guten Händen

Sturmerprobt seit 1863 (Teil 12)

1998: Nach 16 Jahren wird die Kohl-Regierung bei der Bundestagswahl aus dem Amt gewählt. Die SPD wird stärkste Partei und bildet zusammen mit Bündnis 90/Die Grünen die neue Regierung. Gerhard Schröder wird dritter sozialdemokratischer Bundeskanzler. Rot-Grün nimmt eine Reihe dringend notwendiger Reformen mutig und entschlossen in Angriff und macht Deutschland wieder zukunftsfähig. Deutschland übernimmt international mehr Verantwortung und engagiert sich im weltweten Anti-Terrorkampf. Bundeskanzler Schröder lehnt eine deutsche Beteiligung am völkerrechtswidrigen US-geführten Irak-Krieg ab und setzt dagegen auf abgestimmtes Handeln unter dem Dach starker internationaler Organisationen.

Brückenschlag ins 2. Jahrtausend

Mit dem Regierungswechsel 1998 beginnt für Deutschland eine Phase des Aufbruchs. Bundestag und Bundesregierung ziehen von Bonn nach Berlin. Nach dem Fall der Mauer ist die alte Hauptstadt wieder auf dem Weg zur Weltmetropole, die Menschen aus allen Kontinenten anzieht. Das neue Berlin prägt auch einen neuen weltoffenen Politikstil. Die "Bonner Republik" wird zur "Berliner Republik". Die neue Bundesregierung nimmt dringend notwendige wirtschaftliche und sozialpolitische Reformen in Angriff. Im Jahr 2000 setzt sie die größte Steuerreform in der Geschichte der Bundesrepublik durch. Um die gesetzliche Rentenversicherung langfristig stabil zu halten, beschließt Rot-Grün die Einführung einer staatlich geförderten privaten Zusatzrente. Arbeitnehmerrechte werden gestärkt, das Betriebsverfassungsgesetz wird modernisiert und an die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes angeglichen. Zum Markenzeichen rot-grüner Politik werden in der ersten Regierungsperiode bis 2002 aber vor allem überfällige gesellschaftliche Reformen. Der Bund investiert wieder kräftig in Bildung und Forschung. Die neue Bundesregierung korrigiert überholte Familienbilder. Die Formel "Familie ist da, wo Kinder sind", trägt endlich der Tatsache Rechnung, dass es in Deutschland immer mehr allein erziehende Mütter und Väter gibt.

Ein Weg aus der Atomkraft

Im Juni 2001 vereinbaren Bundesregierung und Energiewirtschaft den geregelten Ausstieg aus der Atomenergie - gestützt von der Mehrheit der Bevölkerung, die nach Tschernobyl das Vertrauen verloren hat. Nachhaltige Energien - von der Wind bis zur Sonnenenergie - sind auf dem Vormarsch.

Deutschland steht zu Anfang des neuen Jahrtausends vor großen Problemen. Die Internet-Euphorie hatte den Handel mit Aktien von High-Tech-Unternehmen in aberwitzige Höhen getrieben. Viele neugegründete "Dot-Com-Unternehmen" übersteigen in kürzester Zeit an den Börsen die Werte alteingesessener Industrieunternehmen - ohne dass es einen materiellen Gegenwert gibt. 2001 platzt die Spekulationsblase weltweit. Die Aktienkurse - insbesondere an den überall eingerichteten neuen Märkten - stürzten ab. Als dann noch nach den Terroranschlägen vom 11. September die allgemeine Verunsicherung hochschnellt, bricht weltweit das Wirtschaftswachstum ein. Auch in Deutschland gehen die Wachstumsraten massiv zurück, die Arbeitslosigkeit steigt weiter an. Diese und andere Faktoren, wie die zunehmende internationale Konkurrenz zwingen die Bundesregierung zum Handeln. Nach der gewonnenen Bundestagswahl bringt die Regierung ein umfangreiches Reformprogramm auf den Weg, das vielen Menschen neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. International hält Rot-Grün den Friedenskurs. Als im März 2003 US-Truppen in den Irak einmarschieren, um das Regime des Diktators Saddam Hussein zu stürzen, schließt der Bundeskanzler eine Beteiligung deutscher Soldaten an kriegerischen Einsätzen kategorisch aus. Reformen des Arbeitsmarktes und der sozialen Sicherungssysteme bedeuten für viele Menschen harte Einschnitte. Trotzdem sind sie notwendig. Hohe Arbeitslosigkeit, die zunehmende Alterung der Gesellschaft und leere öffentliche Kassen unterhöhlen die finanzielle Basis des Sozialstaates. In vielen Städten kommt es zu Protestaktionen - vor allem gegen die Zusammenlegung von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II. Nach Einführung der neuen Leistung ebben die Proteste wieder ab.

Hamburger Programm von 2007

Nachdem die SPD im Frühjahr 2005 bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen die Mehrheiten verliert, droht im Bundesrat eine Totalblockade durch die Opposition. Da Rot-Grün auch im Bundestag nur über eine knappe Mehrheit verfügt, macht Bundeskanzler Gerhard Schröder den Weg für vorgezogene Neuwahlen frei, indem er sich der Vertrauensfrage stellt. Nach einer fulminanten Aufholjagd wird die SPD bei den Bundestagswahlen am 18. September nur knapp von der Union geschlagen. Das Wahlergebnis eröffnet weder der alten noch einer schwarz-gelben Koalition ausreichende Mehrheiten. Nach langwierigen Verhandlungen geht die SPD – erstmals seit 36 Jahren – wieder in eine große Koalition unter Angela Merkei als Bundeskanzlerin. Am 18. November unterzeichnen die Spitzen von SPD und Union den Koalitionsvertrag, der den Titel "Gemeinsam für Deutschland. Mit Mut und Menschlichkeit" trägt. Müntefering tritt als Vizekanzler in die neue Regierung ein. Gerhard Schröder zieht sich aus der aktiven Politik zurück. Von Anfang an besetzt die SPD mit Franz Müntefering (Arbeitsminister), Frank-Walter Steinmeier (Außenminister) und Peer Steinbrück (Finanzminister) Schlüsselressorts und prägt damit die Arbeit der Großen Koalition. Unter ihrem Vorsitzendem, dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, setzt die SPD die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm fort, das auf dem Hamburger Parteitag Ende Oktober 2007 beschlossen wird.

Lebendig, einig, mutig.

Ein Sonderparteitag am 18. Oktober 2008 in Berlin wählt Franz Müntefering zum Vorsitzenden und Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten der SPD. Das neue Spitzenduo führt die Partei in die Wahlkämpfe 2009.

Das Jahr 2008 wird als ein Jahr der Zeitenwende in die Geschichte eingehen. Die neoliberale Ideologie, die über Jahre das Denken wirtschaftlicher und politischer Denkschulen geprägt hat, überlebt sich selbst. Eine Immobilien- und Kreditblase in den USA, die mit weltweit vertriebenen Finanzpapieren finanziert wird, bricht 2007 zusammen. Weltweit geraten Banken und Fonds, die sich an dem hochriskanten „Casino-Kapitalismus" beteiligt haben, ins Trudeln oder stürzen ab. Viele Staaten verhindern mit Bürgschaften den völligen Zusammenbruch des Weltfinanzsystems. Milliardenvermögen -auch die Rücklagen vieler Kleinanleger - werden über Nacht vernichtet. Eine schwere Vertrauenskrise ist die Folge. 2008 erreicht die Finanzkrise die Realwirtschaft. Die Nachfrage bricht ein, eine weltweite Rezession droht. Betroffen sind vor allem klassische Industriebereiche, wie z. B. die Automobilindustrie, die es versäumt haben rechtzeitig zukunftsfähige Produkte zur Marktreife zu bringen. Konservative und Neoliberale, die mit ihren Ideen gescheitert sind, haben auf die Krise keine Antworten. Gefragt sind jetzt sozialdemokratische Lösungen, die die Wirtschaft nicht allein den freien Kräften überlassen, sondern auch dem Staat eine ordnende Rolle zumessen. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier bringt es auf einer Europa-Konferenz der SPD Anfang Dezember auf den Punkt: "Der Zeitgeist 2009 weht sozialdemokratisch und der Mantel der Geschichte ist rot." Quelle: Sozialdemokratie in Deutschland. Bilddokumentation zur Geschichte der SPD. Herausgeber: SPD Parteivorstand, Berlin 2002. Stand Januar 2009

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SPD Baden-Württemberg

"Das Scheitern von Jamaika ist nicht nur eine schwere Niederlage für die Kanzlerin, sondern insbesondere auch für die Sondierer aus Baden-Württemberg. Gerade Herr Kretschmann ist ein glühender Vorkämpfer für das öko-neoliberale-Projekt - und mit ihm die ganze grüne Prominenz aus dem Land. Ähnliches gilt auch für Herrn Strobl. Das zeigt: Für Grün-Schwarz werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Die SPD Baden-Württemberg trifft sich am morgigen Samstag zum Landesparteitag in Donaueschingen. Im Mittelpunkt steht dabei die Fortsetzung des Erneuerungsprozesses der SPD in Land und Bund. SPD-Chefin Leni Breymaier: "Wir sind im Zeitplan. Nach dem Bundestagswahlkampf geht es jetzt um die Verfasstheit der Partei." Neben der weiteren inhaltlichen, programmatischen und organisatorischen Aufarbeitung der Bundestagswahl geht es in Donaueschingen vor allem um die inneren Strukturen der Landes-SPD sowie um die Vorbereitung der Kommunalwahlen in 2019. Insgesamt kommen dazu 320 Delegierte aus den Kreisverbänden der SPD zusammen.

Die Bundestagsabgeordneten der SPD in Baden-Württemberg haben eine große Dialogaktion im Land gestartet. Der neuen Landesgruppe ist es wichtig, auch nach der Wahl weiter das direkte Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen. "Wir müssen die Art, wie wir Politik machen und kommunizieren, grundsätzlich hinterfragen", erklärte die SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier.

Die Mannheimer SPD hat im feierlichen Rahmen im Gemeindezentrum der Gnadenkirche im Stadtteil Gartenstadt ihre Jubilare für langjährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt. "Wir feiern in diesem Jahr nicht nur das 150. Jubiläum der SPD Mannheim, sondern ehren insgesamt 2565 Jahre SPD- Mitgliedschaft", hob SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Katzmarek in seiner Begrüßung hervor und verwies auf die besondere Bedeutung dieses Jahres für die Mannheimer SPD.

SPD-Generalsekretärin Luisa Boos fordert anlässlich der heutigen Neuwahl des Landesfrauenrats eine bessere finanzielle Ausstattung des Verbands. "Die Landesregierung lässt den Frauenrat am ausgestreckten Arm verhungern. Gerade die Grünen können sich ihre Sonntagsreden von Geschlechtergerechtigkeit und Frauenförderung sparen, wenn hier nicht endlich etwas passiert", so Boos.

Breymaier: "Gemeinschaftsschädigenden Luxusregelungen den Riegel vorschieben"

Die SPD Baden-Württemberg fordert angesichts der neuerlichen Enthüllungen durch die Paradise Papers eine abgestimmte Offensive auf Bundes- und europäischer Ebene zur Bekämpfung von Steuerschlupflöchern.

"Diese Papiere zeigen erneut die verborgene Parallelwelt der Reichen und der multinationalen Konzerne, in der das für den Normalbürger existierende Recht nicht gilt. Konzerne wie Nike oder Apple nutzen die Intransparenz von Steueroasen und anonymen Briefkastenfirmen, um sich der Steuerpflicht zu entziehen. Sie entziehen den Staaten damit die Mittel zur Erfüllung ihrer dringenden Aufgaben. Das dürfen wir nicht länger zulassen", erklärte die SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier. "Dem Geschäftsmodell Steueroase muss endlich die Grundlage entzogen werden. Wir wollen diesen gemeinschaftsschädigenden Luxusregelungen für Superreiche und Unternehmen den Riegel vorschieben."

SPD-Generalsekretärin Luisa Boos hat anlässlich der Aktionswoche "Armut bedroht alle" zu einem sozialpolitischen Umdenken in Politik und Gesellschaft aufgerufen. "Wenn fast 1,6 Millionen Menschen in Baden-Württemberg von Armut bedroht sind, dann stimmt das Mantra einfach nicht, dass es hier allen gut geht. Gerade die grün-schwarze Landesregierung mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze blendet dieses Thema völlig aus", so Boos.

"Stärkste Partei nach fast 20 Jahren - das ist ein schöner Abend für die Sozialdemokratie. Ich bin gespannt, wie sich die Regierungsbildung gestaltet. Glückwunsch aus dem Südwesten an Stephan Weill, der großartig gekämpft hat!" Leni Breymaier

Auf einer Konferenz mit den Kreisvorsitzenden und den Kandidatinnen und Kandidaten hat die SPD in Baden-Württemberg die Aufarbeitung der Bundestagswahl fortgeführt. "Die große Koalition war für Deutschland besser als für die SPD. Dennoch ist die große Koalition eindeutig abgewählt worden", erklärte die SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier in Filderstadt vor circa 100 Funktionsträgern. "Klar ist: Die SPD braucht nun über eine lange Strecke eine glaubwürdige und mutige Politik, gerade auch in Gerechtigkeitsfragen. Daran müssen wir jetzt in der Opposition arbeiten."

Impressionen der Kreisvorsitzendenkonferenz

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